Themen Themen Profil Profil Hilfe/Anleitungen Hilfe Teilnehmerliste Teilnehmerliste [Wahlrecht.de Startseite]
Suche Letzte 1|3|7 Tage Suche Suche Verzeichnis Verzeichnis  

Deutsches Wahlsystem gerecht?

Wahlrecht.de Forum » Wahlsysteme und Wahlverfahren » Bundestagswahlen » Deutsches Wahlsystem gerecht? « Zurück Weiter »

Autor Beitrag
 Link zu diesem Beitrag

Venus
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 02. November 2008 - 17:09 Uhr:   

Hallo alle zusammen!

Ich hatte das Thema schon wo anders reingestellt, aber hier passt es besser, wie ich finde.

Findet ihr das deutsche Wahlsystem gerecht?
Wenn nein, was würdet ihr ändern?
Lg
 Link zu diesem Beitrag

mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 02. November 2008 - 17:30 Uhr:   

Bis wann muss die Hausarbeit denn fertig sein?
 Link zu diesem Beitrag

Venus
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 02. November 2008 - 17:43 Uhr:   

Das ganze ist keine Hausarbeit. Wir haben das Thema im Unterricht behandelt und ich wollte noch andere Meinungen dazu hören.
Wir haben über das Mehrheits- & Verhältniswahlrecht geredet, aber kann man daraus jetzt schließen ob unser Wahlsystem gerecht ist?
 Link zu diesem Beitrag

Cyrix
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 02. November 2008 - 17:55 Uhr:   

Nun, es ist "gerechter" als ein reines Mehrheitswahlrecht, da die Meinungsvielfalt in der Bevölkerung besser ins Parlament abgebildet wird.

Das heißt aber nicht, dass es nicht besser geht...


Cyrix
 Link zu diesem Beitrag

mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 02. November 2008 - 18:07 Uhr:   

Man könnte aber auch sagen: Weil das deutsche Wahlrecht so schwer zu durchschauen ist, wäre ein Mehrheitswahlrecht, bei dem jeder weiß, wen er mit seiner Stimme unterstützt, "gerechter" - weil dieses Wissen unter den Wählern gerechter verteilt wäre.
 Link zu diesem Beitrag

Martin Wilke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 02. November 2008 - 18:44 Uhr:   

Bei einem relativen Mehrheitswahlrecht würde ein erheblicher Teil der Wähler nicht durchschauen, dass sich die Entscheidung in jedem Wahlkreis nur zwischen den zwei stärksten Kandidaten abspielt und jede Stimme für andere Kandidaten daher eine "verschwendete" Stimme ist.
Aufgrund der Verzerrungen, zu denen jede Form des Mehrheitswahlrechts führt, ist es wohl das ungerechteste Verfahren.
 Link zu diesem Beitrag

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 02. November 2008 - 19:03 Uhr:   

@Venus
Das m.E. keine besonders intelligente Frage, etwa so wie "Ist die Welt gerecht ?" oder "Ist Marktwirtschaft gerecht ?". Die Antwort hängt immer davon ab, was man persönlich für gerecht hält, das ist kaum objektivierbar. Einigkeit sollte aber zumindest darin bestehen, daß ein Wähler, der eine bestimmte Partei wählt, gerade dadurch dieser Partei schadet, das ist zur Zeit noch möglich, Stichwort "negatives Stimmgewicht".

@mma
Warum soll es gerecht sein, sich immer am Dümmsten anzunehmenden Wähler zu orientieren? Das würde ja jedes Wahlsystem ausschließen, bei denen der Wähler ein differenziertes Votum abgeben kann, z.B. STV. Soll man Wählern pauschal ein solches Wahlsystem vorenthalten, bloß weil manche zu blöd sind, zusätzliche Möglichkeiten zu nutzen?

Es ist Aufgabe des Wählers und nicht Bringschuld des Staates, sich politisch zu informieren. Wer das nicht tut, hat eben Pech gehabt. Wissen ist zwangsläufig sehr ungleich verteilt, das kann kein Wahlsystem ändern.

Und so schwer ist es doch nicht: Die simple Faustformel "Zweitstimme ist die entscheidende Stimme" ist in den meisten Fällen ausreichend, um eine "richtige" (also in die Richtung wirkend, die man haben will) Wahlentscheidung zu treffen. Zweifelsfrei ungerecht ist die Möglichkeit des negativen Stimmgewichts, aber das fällt ja spätestens 2011 weg.
 Link zu diesem Beitrag

Philipp Waelchli
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 03. November 2008 - 09:36 Uhr:   

Einigkeit sollte aber zumindest darin bestehen, daß ein Wähler, der eine bestimmte Partei wählt, gerade dadurch dieser Partei schadet, [...]

Das war jetzt aber ein Freud'scher ...

Der entscheidende Punkt ist natürlich der: Was ist gerecht? Noch niemand hat es bisher geschafft, eine allgemeine Definition der Gerechtigkeit zusammenzuzimmern.
Ich habe einmal ungefähr folgendermassen paraphrasiert: Gerechtigkeit ist der Konvergenzpunkt, dem sämtliche Vorstellungen von Gerechtigkeit entgegenstreben. Davon kann sich aber auch niemand was kaufen ...

Obiger Freud'scher weist uns aber einen anderen Weg: Warum soll es z. B. in einem Wahlsystem nicht die explizite Möglichkeit geben, mit einer Stimme jemand zu schaden?
Die meisten aktuellen Modelle von Wahlsystemen beruhen auf dem Gedanken, dass die Wähler ausdrücken, wen sie haben wollen bzw. wen sie wie gern haben wollen.
Man kann von diesem Grundsatz auch abrücken, vgl. z. B. die Diskussion um "Nichtwähleranteil", "Gegen alle" usw.
Man könnte z. B. ein Wahlsystem einrichten, das neben einer Stimme für die bevorzugte Partei auch eine Stimme gegen die am meisten verhasste kennt. Das würde z. B. in Deutschland erlauben, eine Partei zu wählen und zugleich der Linken eins aufs Dach zu geben (und umgekehrt).
Oder man könnte noch weiter gehen und sagen, dass ein System mit starren Wahlperioden unzeitgemäss sei. Ähnlich wie z. B. die Parlamente die Möglichkeit haben, den Regierungschef (Kanzler, Ministerpräsident, Bürgermeister) und bzw. oder die ganze Regierung zu stürzen und dabei ggf. auch eine Neuwahl auszulösen, sollte es ein entsprechendes Recht der Wähler geben, Neuwahlen zu verlangen. Das könnte man auch dahin ausbauen, dass Wahlen nur noch dann stattfinden, wenn entweder das Parlament oder eine bestimmte Anzahl Wähler dies verlangen.
Man kann sich z. B. fragen, ob es sinnvoll und in diesem Sinne "gerecht" war, während der Ären Adenauer und Kohl alle vier Jahre Wahlen durchzuführen, wenn das Ergebnis im Grunde klar war. Hingegen wäre es zweifellos "gerechter" gewesen, in Zeiten knapper, schwankender Mehrheiten öfter zu wählen. Ist es z. B. "gerecht", dass gegenwärtig eine Koalition regiert, die wohl nicht einmal jene, die unmittelbar daran beteiligt sind, gewollt haben? Hätte nicht "gerechterweise" den Wählern die Möglichkeit, ihre erste Wahlentscheidung zu revidieren, eingeräumt werden sollen?
Ja, man könnte noch viel weiter gehen und fragen, ob Wahlen an sich "gerecht" seien oder nicht. Wäre es z. B. "gerechter", wie weiland die Parlamentarier auszulosen? Oder eine Kombination von Wählen und Losen einzuführen? Und ist der Staat "gerecht"?
Tja, wenn man Pandoras Büx mal aufgetan hat, dann ...
 Link zu diesem Beitrag

Martin_D
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 03. November 2008 - 11:04 Uhr:   

Ich halte nichts davon, den Wählern die Möglichkeit einer Negativstimme, wie sie Philipp Waelchli vorgeschlagen hat, zu geben.

Der Wahlvorgang sollte eine konstruktiver Vorgang sein und bleiben.
 Link zu diesem Beitrag

Trula
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 24. August 2009 - 16:00 Uhr:   

hey leute
könnt ihr mir mal eine klare definition über das deutsche wahlsystem geben?
währe euch sehr dankbar
 Link zu diesem Beitrag

Jens Müller
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 08. September 2009 - 16:15 Uhr:   

Steht im Bundeswahlgesetz :-)

Beitrag verfassen
Beitrag:
Fett Kursiv Unterstrichen Erstelle Link Clipart einfügen

Benutzername: Hinweis:
Dies ist ein geschützter Bereich, in dem ausschliesslich registrierte Benutzer Beiträge veröffentlichen können.
Kennwort:
Optionen: HTML-Code anzeigen
URLs innerhalb des Beitrags aktivieren
Auswahl:

Admin Admin Logout Logout   Vorige Seite Vorige Seite Nächste Seite Nächste Seite