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Personalisierte Verhältniswahl

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joey (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. November 2007 - 20:07 Uhr:   

hallo leute !
ich welze zZ die verschiedensten bücher zu dem thema und irgendwie hats bei mir einfach noch nicht "klick" gemacht, soll heißen ich verstehe es einfach nicht.
1.-stimme bzw direktmandat ist klar, aber was genau passiert mit der 2. stimme ?
es gibt die landeslisten, die zu einer fiktiven bundesliste "zusammengesetzt" werden. darin stehen die listenabgeordneten. wie genau wir jetzt entschieden, wer in den bundestag einziehen darf und wie genau verhält sich das ganze mit überhangmandaten ?
danke für eure mühe, mfg, joe
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. November 2007 - 21:56 Uhr:   

Mal didaktisch sehr vereinfacht:
Personalisierte Verhältniswahl heisst, dass die Verteilung der Sitze im Bundestag auf die Parteien nach dem Grundsatz der Verhältniswahl erfolgt, dass aber zugleich die Auswahl der Personen (also der Vertreter der Parteien) durch die Wahl in Einerwahlkreisen mitbestimmt wird.
Dazu hat jeder Wähler zwei Stimmen:
Erststimme für eine Person in seinem Wahlkreis;
Zweitstimme für eine Partei (genau genommen: eine Liste).
Die Person, die in einem Wahlkreis am meisten Stimmen erhalten hat, gilt als gewählt.
Nun geht die Verteilung nach Abschluss der Stimmenauszählung so vor (wie gesagt vereinfacht):
Man berechnet aus den Zweitstimmen bundesweit, welchen Anteil am Gesamtergebnis auf jede Partei-Liste entfallen. Dann rechnet man diese Anteile in Sitzansprüche um, etwa folgendermassen:
Partei "Wurstbrotesser" hat bundesweit 1 Mio. Stimmen erhalten; insgesamt wurden 10 Mio. Stimmen abgegeben. Nun ist 1 auf 10 Mio. 10% von 10 Mio., also haben die Wurstbrotesser Anspruch auf 10% der Bundestagssitze. Bei knapp 600 Sitzen ergibt dies also 59 Sitze und dazu einen Restanspruch von einem Sitz-Bruchteil, aufgerundet 60 Sitze.
Nun geht man folgendermassen weiter vor: Man schaut, in welchen Wahlkreisen die Liste der Wurstbrotesser erfolgreiche Kandidaten hatte. Nehmen wir an, die Wurstbrotesser hätten in 10 Wahlkreisen gesiegt, dann werden diese 10 Kandidaten schon einmal in den Bundestag entsandt. Nun verbleiben aber noch 50 Sitze offen. Diese werden nun in der Reihenfolge der Landeslisten aus den Landeslisten besetzt.
Nun ist aber ein anderer Fall denkbar: Nehmen wir an, die Wurstbrotesser sind zwar nur eine kleine Partei, haben aber eine Reihe prominenter, herausragender Köpfe als Kandidaten für sich gewinnen können. So kommen sie bundesweit nur auf 10% der Zweitstimmen, haben aber in 70 Wahlkreisen ihre Kandidaten durchgebracht.
Nun sind diese 70 Kandidaten zwar gewählt, man kann sie aber nicht mit den 60 der Partei zustehenden Sitzen verrechnen. So entstehen Überhangmandate: 60 "Listen"-Sitze werden nun nicht besetzt, sondern durch die Direktkandidaten "ersetzt", die 10 überschiessenden Direktkandidaten erhalten aber ebenfalls ihr Mandat, somit wird der Bundestag um diese 10 Sitze grösser.
Noch ein weiterer Fall ist denkbar, dass nämlich die Wurtstbrotesser weniger als 5% der Zweitstimmen erhalten, dann fallen sie unter die Sperrklausel und sollten gar keine Sitze erhalten. Aber gleichwohl haben einige ihrer prominenten Köpfe in Einerwahlkreisen bei den Erststimmen gewonnen: Dann sind diese Kandidaten zwar gewählt, aber diese Mandate werden mit keinen Listen-Sitzen verrechnet, so dass auch diese zusätzlich anfallen.
Grundsätzlich und vereinfacht gesagt:
1. Verteilung der Sitze im Bundestag auf die Listen entsprechend ihrem jeweiligen Anteil an den Zweitstimmen.
2. "Auffüllen" dieser Sitze mit den erfolgreichen Direktkandidaten der betreffenden Listen (Erststimmen).
3. Schliesslich Besetzen der noch offenen Sitze mit den Leuten auf den Listen in der Reihenfolge, wie sie aufgeführt sind.
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. November 2007 - 22:56 Uhr:   

Schematisch:

2 Direktmandate und 4 % => 2 Sitze
3 Direktmandate und 4 % => mind. 24 Sitze
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janosch
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. September 2011 - 14:13 Uhr:   

genau und so macht deutscland das danke ich brauchte das auch

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