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Daddl (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 30. Oktober 2006 - 17:40 Uhr:   

Hallo liebe Leser!

Ich muss in der Schule einen Vortrag über "Wahlen" halten.
Nachdem ich heute erfahren habe, dass ich hauptsächlich die verschiedenen Wahlsysteme und Wahlverfahren vergleichen soll und deren Vor und Nachteile aufzeigen soll, kann ich also von vorn beginnen und meine Ausarbeitung über die Bundestagswahlen si halb in die Tonne treten.

Also Ich weiß, dass es in England und in Amerika andere Wahlsysteme gibt. In Amerika doch soeines, wenn eine Partei die (kleinste) Mehrheit vor der anderen hat, dass diese dann den ganzen Wahlbezirk bzw. das ganze Land (wie Florida ==> Republikaner)regiert.

Man mert vielleicht schon, dass ich wenig Ahnung habe von diesem Thema. Ich interessiere mich auch nicht sonderlich dafür, aber es muss ja sein.

Was für Wahlsysteme gibt es so auf der Welt und wie heißten diese genau (BSP: Personalsisierte Verhältniswahl --> Deutschland)

Hier steht zwar einiges, (sogar recht viel, wie ein vorgekautes Referat), aber nicht alles.

Ich freue mich über eine schnelle Antwort.

lG Daddl
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Frank Schmidt
Veröffentlicht am Montag, 30. Oktober 2006 - 19:33 Uhr:   

Du verwechselst da etwas. In den USA gibt es in fast allen Fällen die relative Mehrheitswahl, das heisst für jeden Sitz und Posten gibt es mehrere Kandidaten, aber nur einer ist gewählt.

Was du mit Florida mitbekommen hast, ist die Wahl der Wahlmänner für die Wahl des Präsidenten. Dabei haben es in der Tat fast alle Staaten so geregelt, dass alle Wahlmänner des Kandidaten mit den meisten Stimmen gewählt sind.
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Daddl (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober 2006 - 17:28 Uhr:   

"Du verwechselst da etwas. In den USA gibt es in fast allen Fällen die relative Mehrheitswahl, das heisst für jeden Sitz und Posten gibt es mehrere Kandidaten, aber nur einer ist gewählt. "

Also der mit den meisten stimmen?!?

Wenn jetzt also ein neuer US Präsident gewählt werden soll, läuft das über seine Wahlmänner ab?

Und wie und was kann das VOLK dann noch wählen?
Haben die nicht solche Locharten o.ä.?
Gibt es dort so auch eine erst und eine Zweitstimme?

Und wie ist es in Großbritanien? (also in England?)

[Nur nebenbei] Oder andere Länder wie Russland oder Australien?

Ist vielleicht ein bisschen Viel auf einmal, aber naja...

lG Daddl
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daddl (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober 2006 - 17:44 Uhr:   

upps...ich hab da ja was gefungen...
lG Daddl
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daddl (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober 2006 - 17:49 Uhr:   

upps...ich hab da ja was gefungen...
lG Daddl
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober 2006 - 20:11 Uhr:   

Wahlsysteme gibt es unzählige, vielleicht sogar unendlich viele.
Gleichwohl lassen sie sich auf eine beschränkte Zahl von Grundtypen zurückführen, die in der Praxis aber in den mannigfaltigsten Formen auftreten.
Zunächst einmal gibt es den Gegensatz zwischen Mehrheitswahl und Verhältniswahl; quer dazu liegt die Unterscheidung von Personenwahl und Listenwahl. Ferner gibt es direkte und indirekte Wahlen.
Bei den Mehrheitswahlen lassen sich relative und absolute Mehrheitswahl unterscheiden, ferner gibt es noch Mehrheitswahlen mit höheren Hürden als der absoluten Mehrheit (bspw. 2/3-Mehrheit für Bundesverfassungsrichter).
Eine "Mehrheitswahl" mit Quorum statt reiner Mehrheit geht faktisch schon in Richtung der Verhältniswahl.
Bei den Verhältniswahlrechten ist die wesentliche Unterscheidung die nach der Berechnungsformel für die Verteilung.
Dann gibt es noch Wahlsysteme mit Boni für die stärkste Liste, mit Sperrklauseln usw.
Einschneidend können auch die Zuschnitte der Wahlkreise, die Zulassungshürden für Kandidaturen, die Voraussetzungen für die Ausübung des Wahlrechts (Zensus, Klassenwahlrecht u. dgl.) sein. Auch Wahlrechte, bei denen der Gewinner alles oder einen hohen Anteil gewinnt, gibt es.
Schliesslich gibt es auch Grenzfälle von Bestellungsverfahren, die einer Wahl nahe kommen, aber doch keine mehr sind, etwa die hier schon öfter erwähnte Präsentation oder die Kooptation.
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tg
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. November 2006 - 12:57 Uhr:   

Daddl, ein Tip:

Alle Wahlsysteme wären doch zu viel. Beschränk Dich auf die Parlamemtswahlsysteme der Niederlande, Deutschlands, der Schweiz, Frankreichs und Großbtritanniens (alternativ USA), dann hast Du 5 interessante und recht typische Systeme. Und wenn Du noch mehr Arbeit investieren willst, nimm die Präsidentenwahlen in Frankreich und den USA dazu.
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maxwell (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. November 2006 - 17:25 Uhr:   

Daddl, noch ein Tipp.

Bedeutsam sind nicht die Unterschiede zwischen den einzelnen Wahlsystemen, sondern deren Gemeinsamkeit. Nämlich: in keinem Land der ERde, ausgenommen die Schweiz, ist ein Volk in der Lage, das Wahlrecht nach eigenem Gutdünken zu gestalten. Es muss mit dem Wahlrecht Vorlieb nehmen, das ihm von der herrschenden Klasse vorgesetzt wird.
In Deutschland haben die Parteien ein Wahlrecht installiert, welches ihnen garantiert, mindestens 50 v. H. aller vakanten Mandate mit eigenen Leuten zu besetzen.
Entscheiden dabei: das Volk kann das Wahlrecht nicht ändern, kann die Parteien nicht per Wahl entsorgen. Und dieser Sachverhalt ist im Grunde in jedem Land der Erde gegeben. Ob ein Volk von einem Tyrannen beherrscht wird, oder von Parteien, ist nur bedeutsam in Bezug auf die Qualität der Beherrschung. In jedem Fall hat das betreffende Volk selber keine Möglichkeit, seine Interessen wirksam zur Geltung zu bringen. Es muss die Rahmenbedingungen hinnehmen, die ihm von den Herrschern zugewiesen wird.

Gruß maxwell
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mma
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. November 2006 - 17:56 Uhr:   

("In Deutschland haben die Parteien ein Wahlrecht installiert, welches ihnen garantiert, mindestens 50 v. H. aller vakanten Mandate mit eigenen Leuten zu besetzen.")

Welche Mandate sind denn "vakant"?
Und wer besetzt die andere Hälfte?
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Florian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. November 2006 - 19:38 Uhr:   

@ Maxwell:
Sorry, aber das ist populistischer Blödsinn.

Wenn die Mehrheit der Deutschen das Wahlrecht unbedingt ändern wollte, dann würde das auch passieren.

Jedem steht es frei, eine Partei zu gründen, deren einziger Programmpunkt die Änderung des Wahlrechts ist - und diese Partei dann bei einer Bundestagswahl antreten zu lassen.

Bzw. noch wahrscheinlicher: eine der bestehenden Parteien würde den populären Wunsch nach einem neuen Wahlrecht aufgreifen und damit dann die Wahlen gewinnen.

Fakt ist aber:
Das Wahlrecht ist für die meisten Deutschen nichts so wahnisnnig bedeutend.
Es ist übrigens auch nicht zu erwarten, dass sich mit einem anderen Wahlrecht die deutsche Politik so gewaltig ändern wird - solange die Wähler eine bestimmte Politik wünschen, werden sie diese auch bekommen, egal unter welchem (demokratischen) Wahlrecht.
(Übrigens kann ich deshalb auch dem Zitat auf der Wahlrechts.de-Titelseite nicht unbedingt zustimmen).
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. November 2006 - 22:46 Uhr:   

Wenn es denn so schlimm stünde, gäbe es immer noch Möglichkeiten, was ein derart unterdrücktes und beherrschtes Volk tun könnte, bspw.:
- Einen Aufstand oder eine richtig nette Revolution anfangen;
- vor Verfassungsgericht gegen das Wahlrecht klagen;
- bei der UNO intervenieren, dass sie Truppen schickt und das Besatzungsregime wegfegt;
etc.
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maxwell (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 03. November 2006 - 08:38 Uhr:   

1. zu mma.
Alle Bundestagsmandate sind vorab Listenmandate. Aus der Zweitstimme ermittelt sich, obwohl Parteien nicht selber an Wahlen teilnehmen können, der Prozentsatz, der auf die einzelne Partei entfällt. Aus diesem Prozentsatz ergibt sich die Anzahl der Mandate, auf die eine Partei Anspruch hat. Auf diese so ermittelte Anzahl von Mandaten werden die angerechnet, die von Parteigängern direkt erworben werden konnten.
Und exakt dieser Fakt bedeutet, dass wenn nur ein einziger Bürger nur seine Zweitstimme abgibt, alle Mandate an die Partei fallen, welche diese eien Wählerstimme für sich vereinnehmen konnte.

2. Zu florian
Das Wahlrecht kann nur durch Gesetz geändert werden. Die Partei(gänger), welche die Gesetze beherrschen (Bundestagsmandate) wären ja mit dem Klmamerbeutel gepudert, wenn sie sich selber sozusagen das Mandat unzugänglich stellen würden.
Die Parteien wissen im Übrigen, was hier läuft, sie haben dieses Wahlrecht ja selber installiert.

3. Zu Philipp Wälchli
Falsch ist die Meinung, dass durch eine Verfassungsbeschwerde das Wahlrecht geändert werden könnte. Dies habe ich bereits mehrfach versucht. In Artikel 93 (1) Ziff. 4a GG ist jedermann das Recht zugewiesen, bei Verletzungen seiner Grundrechte oder Art. 20 (4), 33, 38, 101, 103 oder 104 entstammenden Rechte Beschwerde zum BVerfG einzureichen. Die Realität ist eine andere. Die Richter sind vom Gesetzgeber auf der Grundlage des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes ermächtigt, Verfassungsbeschwerden beliebig annehmen oder ablehnen zu können. Von diesem Recht machen die Richter weidlich Gebrauch. Derzeit sind ca. 100.000 Beschwerden nicht angenommen, ca. 3.000 angenommen.
Daneben ist in den Gesetzen installiert, dass gegen Normen nur innerhalb eines Jahres geklagt werden kann. Danach ist die Norm unantastbar. DAs gegebene Wahlrecht stammt aus den 60iger Jahren.

Und im Übrigen: Wenn man eine Partei gründen muss, damit man das Wahlrecht aushebeln kann, dann ist in Deutschland tatsächlich einiges falsch gelaufen, denn die Bürger sind damit tatsächlich ausgegrenzt von den wesentlichen Entscheidungen und Grundlagen, auf denen dieser Staat betrieben wird.

Maxwell
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Freitag, 03. November 2006 - 10:30 Uhr:   

Ehrlich gesagt habe ich immer Mühe mit Leuten, die von mehreren Argumenten immer nur gerade auf eines eingehen können.
Wie bemerkt: Jedes Volk hat andere Möglichkeiten als Wahlen, Einfluss auf die Regierung auszuüben. Es gab da einmal zwei Studien zum Nazi-Regime und zur ehemaligen DDR: Die Nazis umgaben sich zwar gern mit dem Schein der Allmacht, tatsächlich aber haben sie jede Woche überaus fleissig Stimmungsberichte aus der Bevölkerung sammeln lassen; jede Polizeistelle musste Berichte liefern, diese wurden höherenorts zusammengefasst, daraus erstellte schliesslich die Zentrale in Berlin einen nationalen Bericht, der der obersten Führung vorlag. Das nur auf den ersten Blick Erstaunliche daran ist, dass diese Berichte nicht selten Folgen hatten, indem sie Massnahmen auslösten, um Dinge zu ändern oder wenigstens zu verschleiern, die im Volk nicht gut ankamen. Ja, da, wo sich partiell Unmut oder regelrechter Widerstand regte, gab das Regime sogar einfach nach. Dies war etwa beim Euthanasie-Programm der Fall, aber etwa auch in der Sache "Rosenstrasse", wo die Frauen jüdischer Männer öffentlich demonstrierten - und diese wurden freigelassen. Auch für die DDR wurden die Eingaben aus dem Volk untersucht; solche Eingaben wurden offenbar fleissiger gemacht, als bisher angenommen. Und erstaunlicherweise (auf den ersten Blick) hatten diese, zumindest wenn verschiedene Eingaben über einen gewissen Zeitraum gleiches oder ähnliches enthielten, meist auch Kurskorrekturen des Regimes zur Folge.
Wenn das in totalitären Diktaturen der Fall ist, dann dürfte dies für die BRD, die jedenfalls nach meiner Wahrnehmung immer noch keine Diktatur darstellt, desto mehr gelten.
Es gibt also nach wie vor genügend Mittel, etwas zu bewirken. Meines Wissens ist die BRD auch die Hochburg der Bürgerinitiativen, die in den Städten oft mehr erreicht haben als in andern Ländern gewählte Vertreter oder direktdemokratische Initiativen.
Im übrigen sticht es mir auch in die Nase, etwa solche Sätze zu lesen wie den, dass etwas nicht stimmen könne, wenn man eine Partei gründen müsse, um in der Politik etwas zu bewirken. Erstens ist dieser Satz aus oben genannten Gründen nicht wahr, zweitens sehe ich es auch nicht als falsch an, wenn jemand etwas tun muss, um ein Ergebnis zu erhalten. Ich verdiene, wie die meisten andern Sterblichen auf dieser Welt, meinen Lebensunterhalt auch mit Arbeit. Ohne eigene Anstrengung erhalte ich kein Ergebnis.
Weshalb dieser Satz in der Politik nicht gelten sollte, ist mir schleierhaft. Eine gewisse Anstrengung darf man also ohne weiteres erwarten. Die heute agierenden Parteien mussten auch einmal gegründet werden, auch dies hat Anstrengung gekostet, sie müssen weiter Mitglieder gewinnen, einen Parteiapparat unterhalten, Wahlwerbung treiben, Öffentlichkeitsarbeit leisten usw. Auch dies bedarf der Anstrengung und kostet zudem Geld.
Dies trifft aber nicht allein auf die Parteien zu, sondern auch auf andere politisch agierende Organisationen: Ein Interessenverband, eine Gewerkschaft, eine Bürgerinitiative müssen gegründet, am Leben und Wirken erhalten werden, kosten Anstrengung und Geld usw. Ja, auch ein Initiativkomitee in der Schweiz, das die Ausübung der Volksrechte zu einem bestimmten Zweck verfolgt, muss erst gegründet werden und bedarf vieler Arbeit im Grossen wie im Kleinen; wenn man dann einmal soweit ist, dass die Abstimmung ansteht, braucht es öffentliche Präsenz, ein Abstimmungskampf muss geführt werden, öffentliche Streitgespräche, Informationsveranstaltungen usw. müssen bestritten sein usw. Dafür werden viele unbezahlten Stunden Arbeit geleistet, viel Geld wird gesammelt und wieder ausgegeben, kurz: Es bedarf grösster Anstrengung und entschiedensten Einsatzes, um am Ende (vielleicht) Erfolg zu haben.
Schliesslich sei auch die Frage erlaubt, was die scharfe Trennung zwischen "den Parteien" und "dem Bürger" soll. Wer oder was sind denn Parteien? Richtig: Parteien sind Zusammenschlüsse von Bürgern. Ein Schröder oder eine Merkel sind letzten Endes nichts weiter als auch Bürger der BRD. Parteien stellen also keine technischen Apparate, ausserirdische Wesen oder seelenlosen Zombies dar, sondern sind einfach nur Organisationen von Menschen wie Firmen, Vereine oder andere Organisationen auch. Letztlich stehen und agieren hinter allen diesen Zusammenschlüssen immer nur und ausschliesslich Menschen. Es ist daher eigenartig, um es einmal so auszudrücken, wenn zwischen Bürgern (Menschen) hier und Parteien (Apparaten) dort scharf und im Sinne eines ausschliessenden Gegensatzes geschieden wird. Da fragt sich schon, welcher Geist da wehe.
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maxwell (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Samstag, 04. November 2006 - 06:37 Uhr:   

Warum die Aufregung? Es geht doch nur darum, dass in Deutschland ein Wahlrecht installiert ist, das von Parteigängern für Parteien gemacht worden ist, und durch das Volk von echten, wahrlich freien Wahlen abgeschnitten ist.
Das Volk ist zum Beispiel nicht in der Lage zu bewirken, dass der Bundespräsident vom Volk gewählt wird, dass der Bundeskanzler und die Minister direkt vom Volk gewählt werden, dass der Bundestag nicht nur Befehlsempfänger von die Regierung beherrschenden Parteigängern ist, sondern die Regierung tatsächlich kontrolliert, die Gesetze tatsächlich im Bundestag erstellt werden etc. etc.
Das Volk kann de facto nichts tun, nichts bewirken. Es kann nur maulen, mehr nicht.
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Samstag, 04. November 2006 - 11:29 Uhr:   

Ah, da ist es bereits wieder, dieses Schisma zwischen "dem Volk" und "den Parteien". Wie verhält es sich nun mit dem Volk? Das Volk ein monolithischer Block? Alle derselben Meinung? Wenn dem so wäre, dann wäre es auch ein leichtes, dass dieses Volk sich erhebt und durchsetzt. Mögliche Mittel habe ich ja bereits früher erwähnt.
Ist das Volk nicht in der Lage oder will es nicht? Wer will eigentlich alles, dass der Bundespräsident, der Bundeskanzler und die Minister vom Volk gewählt werden? Rein technische Frage: Wie sollte eine solche Wahl der Regierung eigentlich ablaufen? Wählt man dann en bloc ein Kabinett vom Volk abgesegneter Diktatoren auf Zeit? Oder aber entsteht ein Debattierclub aus Vertretern aller Lager, der am Ende gleichwohl nichts zustande bringt?
Und verhält es sich so, dass der Bundestag Befehlsempfänger der Regierung ist? Was befiehlt denn die Regierung dem Bundestag so? Ist es nicht eher so, dass Regierung und Parlament deswegen einander nicht feindlich gegenüberstehen, weil die Regierung durch die Mehrheit des Parlaments bestellt wird und also grundsätzliche Einigkeit zwischen beiden besteht?
Was heisst denn "Kontrollieren"? Ist es im europäischen Sinne gemeint als "überwachen, überprüfen" oder im englischen Sinne als "beherrschen"? Im englischen Sinne beherrscht der Bundestag ja die Regierung bereits, weil er sie erst macht.
Wo werden denn die Gesetze heute "gemacht"? Werden sie nicht im Bundestag beschlossen? Wer beschliesst sie denn? Dass Gesetzesvorlagen nicht im Plenum des Bundestages Wort für Wort ausgearbeitet werden, dürfte doch wohl kein Stein des Anstosses sein; wie lange würde es denn dauern, auch nur ein einziges Gesetz im Plenum von 600 Leuten auf diese Weise auszuformulieren? Das englische Parlament erlässt vergleichsweise meist Gesetze durch Ermächtigungsbeschluss, gestützt auf den ein Ausschuss, die Regierung oder ein anderes Organ die Gesetze formuliert und erlässt. Was sollte daran falsch sein, solange das Parlament die Verfahrensherrschaft behält und jedes Gesetz jeder Zeit aus eigener Machtvollkommenheit ändern oder aufheben kann?
Was wäre denn schliesslich eine "echte, wahrlich freie Wahl", wenn die heutigen Wahlen in Deutschland keine "echten, wahrlich freien" sind? Ein paar konkrete Hinweise, wie ein solches "echtes, wahrlich freies" Wahlverfahren aussehen müsste, wären dem besseren Verständnis sehr dienlich.
Mit dem Maulen und Lamentieren ist es ebenalls so eine Sache: Ob "das Volk" (welcher Teil des Volkes?) so rein gar nichts machen kann, bleibe dahingestellt. Auf meine Anregungen, was man tun könnte, wurde ja systematisch nicht eingegangen. Maulen und Lamentieren ist oft ja einfacher und befriedigender, als selbst aktiv zu werden. Ich habe inzwischen schon zu viele Leute kennen gelernt, die grosse Mauler und Lamentierer waren, aber bei genauerer Betrachtung doch augenscheinlich nicht so unzufrieden waren, wie es den Anschein erweckte: Denn wäre ihnen wirklich so unwohl gewesen, hätten sie etwas unternommen; auf mögliche Alternativen angesprochen fanden sie zudem immer eine Ausrede, warum das nicht gehe. Im Grunde suhlten sie sich wie Schweine im Schlamm so in ihrem Gemaule, richtig wohl schien ihnen nur dann zu sein, wenn sie etwas zu maulen hatten.
Schon Eric Berne beschrieb vor vier Jahrzehnten ein "Spiel", das er abgekürzt "WANJA" nannte nach seinen typischen Elementen: A nennt ein Problem, B fragt: "WARUM versuchst du NICHT das und das?"; A erwidert: "JA, ABER ... aus dem und dem Grund geht das nicht"; dann nimmt C den Faden auf: "WARUM versuchst du NICHT dies und jenes?"; A wieder: "JA, ABER ... aus diesem und diesem Grund geht das nicht." Das dauert solange, bis den übrigen Leuten die Ratschläge aus- oder die Lust zum Debattieren vergangen ist. Dahinter steht aber, dass A mit seiner Intransigenz die übrigen gewissermassen aus dem Feld geschlagen hat, als Sieger und Gewinner zurückbleibt. Zugleich kann man sich auch noch als hoffnungsloses "Opfer" Mitleid holen.
Dabei geht es A gar nicht darum, ein Problem zu lösen. Das Problem kann sogar bloss vorgeschoben sein; vielleicht ist es auch wirklich ein "Problem", das A hat, aber kein so gewichtiges, dass A an einer Lösung interessiert wäre, jedenfalls nicht so bald. Das Interesse von A geht hauptsächlich dahin, die andern "aus dem Feld schlagen" und triumphieren zu können.
Dass solches auch in grösseren gesellschaftlichen Zusammenhängen vorkommt, ist ebenfalls nicht erstaunlich. Das Lamento gewisser Handelskammern, dass die Steuern überborden, ist bspw. nicht ernst zu nehmen, wenn man weiss, dass die Steuern für Wirtschaftsunternehmen an den betreffenden Standorten unter dem landesweiten Durchschnitt liegen. Bestenfalls kann man noch annehmen, dass solche Lamenti vorbeugend gegen Steuererhöhungen wirken sollen und somit eine geschickte politische Strategie darstellen.
Daher muss ich gestehen, dass ich inzwischen so bösartig geworden bin, Maulen und Lamentieren nicht ernst zu nehmen, wenn nicht konkrete Punkte beanstandet und etwa auch Verbesserungsvorschläge vorgebracht werden, zumal wenn auf Vorschläge, was man denn tun könnte, gar nicht eingegangen wird.
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mma
Veröffentlicht am Sonntag, 05. November 2006 - 12:47 Uhr:   

("Alle Bundestagsmandate sind vorab Listenmandate.")
falsch
("Aus der Zweitstimme ermittelt sich, obwohl Parteien nicht selber an Wahlen teilnehmen können,")
Letzteres ist ganz falsch

der Prozentsatz, der auf die einzelne Partei entfällt. Aus diesem Prozentsatz ergibt sich die Anzahl der Mandate, auf die eine Partei Anspruch hat. Auf diese so ermittelte Anzahl von Mandaten werden die angerechnet, die von Parteigängern")

seltsamer Propagandaausdruck

("direkt erworben werden konnten. Und exakt dieser Fakt bedeutet, dass wenn nur ein einziger Bürger nur seine Zweitstimme abgibt, alle Mandate an die Partei fallen, welche diese eien Wählerstimme für sich vereinnehmen konnte.")

Wenn nicht mal die anderen Kandidaten selbst an der Wahl teilnähmen, wäre ein solch bizarres Ergebnis wenigstens ein Weckruf ...

Oder ernsthafter:
Wenn es statt Parteien nur parteiunabhägige Bewerber, in einer Direktwahl, gäbe, wäre ebenso theoretisch möglich, dass nur eine Person abstimmt und so die Wahl entscheidet.
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kevin frohlich
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 12:16 Uhr:   

ich finde das es in deutschland zu fiele wahlen gibd}

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