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Palestina

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Christian Schmidt (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Februar 2006 - 12:16 Uhr:   

In der Nachricht zum Palästinensichen Wahlergebnis steht:

> Die fünf anderen Christen-Sitze gingen allesamt an Kandidaten der Fatah-Bewegung. Zwar wären diese fünf Sitze nach dem Wahlergebnis auch ohne die Minderheitenklausel auf (andere) Fatah-Kandidaten entfallen. Die Hamas hatte in diesen Wahlkreisen aber - augenscheinlich aus taktischen Gründen - entsprechend der Zahl der für Christen reservierten Sitze weniger Kandidaten aufgestellt.

CS: Nicht ganz - Hamas hat in jedem Wahlkreise mit 'christlichen' Sitzen genau soviele Kandidaten aufgestellt wie es es 'islamische' Sitze gab - als islamische Partei stellt Hamas einfach keine Kandidaten für 'christliche' Wahlkreise auf.

> Hätte die Hamas hier genauso viele Kandidaten nominiert wie Sitze zu vergeben waren, wären die fünf Sitze ohne Minderheitenklausel zumindest teilweise wohl an die Hamas gefallen. Die Klausel wird sich also letztlich zugunsten der Fatah-Bewegung ausgewirkt haben, auf Kosten der Hamas.

CS: Eh? Dazu hätte Hamas doch christliche Kandidaten aufstellen müssen - und die hat sie ja doch nicht. Hätte Hamas weitere islamische Kandidaten aufgestellt, hätte das keine weiteren Mandate gebracht. Zwar wären diese Hamas-Kandidaten wahrscheinlich mehr Stimmen als die besten Fatah-Kandidaten bekommen, gewählt wären aber trotzdem dieselben Fatah-Kandidaten die auch jetzt gewählt worden ist.
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Februar 2006 - 13:47 Uhr:   

Im 6er Wahlkreis Jerusalem (2 Sitze für Christen) hat die Hamas halt nicht sechs Kandidaten aufgestellt, sondern nur vier - eben "entsprechend der Zahl der für Christen reservierten Sitze weniger". Oder störst du dich an den "taktischen Gründen"? Ich denke mal, die Hamas wollte selbst bestimmen, welche vier Kandidaten von ihr ggf. ins Parlament kommen und diese Entscheidung nicht den Wählern überlassen.

Beim zweiten Zitat hast du glaub ich die Wörter "ohne Minderheitenklausel" überlesen.
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Good Entity (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Februar 2006 - 18:27 Uhr:   

Dienstag, 31. Januar 2006 - 11:11 Uhr:

Ein großes Lob für die Erläuterung des palästinensischen Wahlrechts! Das findet man sonst nirgends!


Diesem Posting von tg aus dem Thread "Kritik etc" schließe ich mich an.

Man sieht, wie man ein traditionelles Mehrheitswahlrecht noch toppen kann. War das Wahlrecht noch unter dem Einfluss von Arafat genau so gestaltet worden, um eine Art unabwählbare Fatah-Regierung zu schaffen?
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Februar 2006 - 20:44 Uhr:   

Bei der ersten, unter Arafat stattfindenden Wahl wurden noch sämtliche Sitze nach Mehrheitswahl in Mehrmandatswahlkreisen vergeben. Fatah gewann damals (1996) 55 von 88 Sitzen. Für die nun stattgefundene Wahl hatte das Parlament ursprünglich beschlossen, nur ein Drittel der Sitze nach Verhältniswahl zu vergeben. Abbas hatte das Gesetz aber gestoppt, weil er angeblich komplett auf Listenwahl umstellen wollte. Als Kompromiß ist dann die 50:50-Lösung herausgekommen, die auch einer Vereinbarung zwischen Abbas und Hamas entsprach. (Quelle)

Die Motive der Beteiligten sind mir allerdings nicht ganz klar.

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