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Def. Grabenwahlsystem

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(Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Samstag, 21. Januar 2006 - 15:25 Uhr:   

Auf Wahlrecht.de wird der Begriff "Grabenwahlsystem" folgendermaßen definiert:

"Wenn ein Teil der Abgeordneten über (absolute oder relative) Mehrheitswahl in Einerwahlkreisen bestimmt wird und der andere über eine proportionale Zusatzliste - ohne daß zwischen den beiden Teilen irgendeine Verrechnung stattfindet - so spricht man von einem Grabenwahlsystem."

Ist denn so eine enge Definition sinnvoll? Warum sollte man für ein Wahlsystem, nach dem eine bestimmte Anzahl von Abgeordneten in 3er-Wahlkreisen nach dem Verteilungsprinzip Majorz oder auch Proporz und der Rest durch reine Verhältniswahl gewählt wird, nicht ebenfalls die bildhafte Bezeichnung "Grabenwahlsystem" verwenden?
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Philipp Wälchli (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Samstag, 21. Januar 2006 - 16:29 Uhr:   

Die Verfasser oben zitierter Definition hatten wohl die Situation in Deutschland (Einerwahlkreise mit relativer Mehrheitswahl, allgemeine Verhältniswahl mit Verrechnung der Wahlkreismandate bis auf die Überhangmandate) im Vergleich zu andern Ländern mit ähnlichem System (bspw. Russland: Einerwahlkreise und Verhältniswahl ohne gegenseitige Verrechnung) vor Augen. In der Tat sind aber andere Systeme denkbar, von denen aber wohl nur einige wenige sich auch irgendwo tatsächlich auffinden lassen dürften, weil sich ja von allen überhaupt denkbaren Wahlsystemen ohnehin nur eine Handvoll wirklich durchgesetzt haben.
Bspw. kann bei Gemeinderatswahlen folgendes System auftreten: Präsident gewählt in (relativer oder absoluter) Mehrheitswahl, übrige Mitglieder des Gemeinderates in Verhältniswahl. Ob man das nun als Grabenwahlsystem, als gespaltenes Wahlsystem oder noch anders bezeichnen will: Tatsache bleibt doch, dass dabei eine ähnliche Spaltungserscheinung auftritt wie in dem in obiger Definition enthaltenen Wahlsystem.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Sonntag, 29. Januar 2006 - 17:04 Uhr:   

Grabenwahlsystem war im wesentlichen die Bezeichnung des in Deutschland Ende der 60er diskutierten Modells. Entscheidend ist wohl, daß die beiden Systeme sehr unterschiedlich sind und die beiden Teile völlig unabhängig voneinander sind. Man kann sicher auch das System der palästinensischen Parlamentswahl dazuzählen.
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Mitdenker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 09. Juli 2008 - 21:56 Uhr:   

Kann man jedes System als Grabenwahlsystem bezeichnen,
deren beden die Wahlkreise voneinander getrennt sind?.

Bundestagswahlen 1949 und 1953
Landtagswahlen in Bayern
Nationalratswahlen in der Schweiz
Mehrheitswahlen in Einerwahlkreise, z. B. in Frankreich und im Vereinigten Königreich
STV Wahlen auf Irland
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 09. Juli 2008 - 23:13 Uhr:   

@Mitdenker
Alles keine Grabenwahlrechte, DIESELBEN Wähler müssen nach zwei verschiedenen Wahlsystemen wählen und diese beiden Wahlverfahren müssen völlig unabhängig voneinander sein, letzteres ist in Deutschland nirgends der Fall. Das ginge theoretisch auch mit nur einer Stimme, aber soweit mir bekannt haben die Wähler bei sämtlichen derzeit bestehenden Grabenwahlsystemen zwei Stimmen. Beispiel für Grabenwahlrecht ist z.B. Japan (300 nach relativer Mehrheitswahl in Einerwahlkreisen, 180 proportional in Mehrpersonenwahlkreisen). Weitere aktuelle Beispiele sind Mexiko, Palästinensergebiet und Litauen.
Rußland hatte bis einschließlich der Wahl 2003 ein Grabenwahlrecht.

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