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Erste Verwendung des Präferenzwahlsys...

Wahlrecht.de Forum » Wahlsysteme und Wahlverfahren » Sonstiges (noch nicht einsortierte Themen) » Erste Verwendung des Präferenzwahlsystems in Deutschland « Zurück Weiter »

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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 22. April 2002 - 16:04 Uhr:   

Zum ersten Mal wurde auch in Deutschland das in anderen Ländern (Australien, Irland ...) erfolgreiche Präferenzwahlsystem eingesetzt.
Leider noch nicht dort, wo es am meisten gebraucht würde: Bei den Direktwahlen zu Bürgermeistern und Landräten (ein entsprechender Vorstoß von mir bei der letzten Reform des hessischen Kommunalwahlrechts wurde leider ein Flop).

Aber immerhin bei einer Internet-Politiksimulation: Democracy-online.
Dort wird von einigen tausend Mitgliedern alle vier Monate ein "Internet-Kanzler" gewählt.
Natürlich ein rein dekorativer Posten ohne irgendwelche Relevanz. Aber immerhin ist "dol2day.de" eine recht aktive Gemeinschaft von politisch Interessierten.

Eigentlich hatte ich die PWS-Einführung dort schon vor über einem Jahr angeregt, aber aufgegriffen wurde das erst, als das alte Verfahren (zwei Wahlgänge wie in Frankreich) aufgrund der politischen Zersplitterung zu immer merkwürdigeren Verrenkungen führte.
Vielleicht überlegen sich die Franzosen jetzt auch mal, ob sie nicht was verbessern müssen ...
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 22. April 2002 - 21:57 Uhr:   

Das Problem bei der Einführung von Präferenzstimmen ist, dass die meisten Wähler das System wahrscheinlich nicht kapieren werden, zumindest aber wird es Jahre dauern, bis die Mehrheit einigermaßen durchsteigt. Man bedenke nur dass über die Hälfte der deutschen Wähler noch nicht einmal weiß,was sie mit der Erst- und was mit der Zweitstimme wählen. Und das, obwohl es ja nun wirklich ziemlich simpel ist und die Zweitstimme bereits vor fast einem halben Jahrhundert eingeführt wurde.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 23. April 2002 - 11:54 Uhr:   

Auch bei dol2day wurde vor der Wahl befürchtet, daß das PWS zu kompliziert sei.
Es hat sich dann aber herausgestellt, daß diese Befürchtungen grundlos waren.
Im Gegenteil ist es für die Wähler leichter, ihre Absichten in ein Votum umzusetzen als bei anderen Systemen.
Gerade unser jetziges Bundeswahlrecht ist eben nicht simpel und führt immer noch zu massiven Fehleinschätzungen.

Geholfen hat bei dol2day natürlich auch, daß dort das Wählen ausschließlich elektronisch erfolgt. Mit einem technisch sehr gut gemachten Stimmzettel konnten ungültige Stimmen völlig vermieden werden.

Bei einer Ersteinführung des PWS bei einer deutschen Wahl müßte natürlich entsprechend informiert werden.
Aber das ist wesentlich leichter als z. B. bei der Einführung von Kumulieren / Panaschieren. Und spätestens nach der ersten Wahl hat jeder das System begriffen.
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Dienstag, 23. April 2002 - 20:17 Uhr:   

Zwischen den rechnerisch sicherlich komplizierten Präferenzwahlverfahren und dem Erst-/Zweitstimme-Problem beim geltenden Wahlrecht gibt es aber einen ganz erheblichen Unterschied: Beim Präferenzwahlverfahren ist es gar nicht notwendig, daß die Wähler das Verfahren bis ins letzte Detail verstanden haben.

Alles, was der Wähler wissen muß, ist, daß er die Kandidaten gemäß seiner Vorlieben der Reihe nach durchnumerieren soll. Alles weitere erledigt das Wahlsystem praktisch von selbst, und der Wähler kann (im Rahmen des möglichen) sicher sein, daß seine Stimmen so gewertet werden, wie es von ihm beabsichtigt war. Das notwendige Wissen über das Wahlverfahren ist sogar relativ selbsterklärend: Wenn man dem Wähler sagt: "Numeriere die Kandidaten der Reihe nach durch!" kann man wohl davon ausgehen, daß er alles richtig machen wird.

Ganz anders beim geltenden Wahlsystem. Da bekommt der Wähler gesagt: "Gib hier deine Erststimme ab und dort Deine Zweitstimme!". Damit kann man doch recht wenig anfangen. Naheliegend ist ja zunächst die Vermutung, daß die Erststimme wichtiger sei und die Zweitstimme die unwichtigere sei. Was bekanntlich falsch ist. Aber selbst, wenn der Wähler weiß, daß die Zweistimme die wichtigere ist, reicht das nicht, um die Stimmen vernünftig abgeben zu können. Schließlich könnte man dann immer noch vermuten, daß Erst- und Zweitstimme irgendwie gewichtet werden; beispielweise zwei Drittel Zweitstimme, ein Drittel Erststimme. Oder irgend sowas in der Art. Darauf, daß die parteipolitische Gewichtung in der Regel 100:0 zu Gunsten der Zweitstimme beträgt, muß man ja erst einmal kommen. Und dann muß man auch noch wissen, daß man mit der Erststimme in der Regel nicht etwa eine Entscheidung zwischen den Wahlkreiskandidaten des jeweiligen Wahlkreisen zu fällen hat, sondern zwischen einem Wahlkreiskandidaten und einem unbekannten Listenkandidaten der gleichen Partei. Und so weiter. Man muß beim geltenden Wahlrecht also viele Details wissen, damit man weiß, wie man seine Stimmen abgeben muß.

Natürlich wäre es wünschenswert, daß möglichst viele Wähler das Wahlsystem wirklich verstanden haben. Aber wichtiger ist erst einmal, daß auch ein hinsichtlich des Wahlsystems schlecht informierter Wähler - und das ist die ganz große Mehrheit - seine Stimme taktisch sinnvoll abgeben kann. Und das ist mit einem Wahlsystem mit Rangfolgenstimmgebung viel besser möglich.
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Jens Matheuszik
Veröffentlicht am Sonntag, 29. September 2002 - 23:17 Uhr:   

Wobei ich zum Präferenzwahlsystem (was ich auch ein wenig kenne *g*) sagen muß, daß man da unbedingt den Leuten klar machen muß, daß man möglichst mehr Präferenzen als nur zwei oder gar eine anzugeben.
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GrouCho
Veröffentlicht am Donnerstag, 31. Oktober 2002 - 18:41 Uhr:   

Hallo Leute!

Mir scheint, die meisten von Euch wird die Service-Seite

www.groucho.info

interessieren!

Da gibt's ein ganz exzellentes Wahlverfahren gleich zum Ausprobieren!

Kann zur Bestimmung von Wahlkreissiegern oder beliebigen anderen Gruppenentscheidungen verwendet werden...

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht

GrouCho der Präferenz-Aggregator
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 04. November 2002 - 20:07 Uhr:   

eigenwerbung - nein danke
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GrouCho
Veröffentlicht am Montag, 04. November 2002 - 22:00 Uhr:   

Es tut mir wirklich leid, aber diesen Einwand verstehe ich nicht.

Entweder ist man an Wahlverfahren interessiert oder nicht...

Ich muß mir wirklich nicht vorhalten lassen, hier irgenwelche egoistischen Ziele zu verfolgen.

Vielleicht schaust Du's Dir erstmal an, bevor Du unfreundlich wirst?

In der Hoffnung, dass es nicht so böse gemeint war,

GrouCho-Entwicker Jobst
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 07. November 2002 - 12:18 Uhr:   

Ich fand den Hinweis auf den GrouCho völlig legitim und gerade für die Teilnehmer hier interessant.
Aber ein Hinweis hätte genügt, ohne das Streuen in mehreren Diskussionen.
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GrouCho
Veröffentlicht am Donnerstag, 07. November 2002 - 23:07 Uhr:   

Danke für die Hilfestellung! Wegen der mehreren Diskussionen: Ich habe recht genau vier Threads ausgewählt, die thematisch sehr genau zu passen schienen, weil ich nicht genau beurteilen konnte, ob die meisten Leute hier mehrere Diskussionen regelmässig beobachten oder sich auf eins spezialisieren. Wenn es zu marktschreierisch gewirkt hat, entschuldige ich mich hiermit. Der Zweck der Werbung ist eigentlich, dass ich mich SEHR über konstruktive und fachlich fundierte Kritik an der Seite freuen würde, um sie zu verbessern!

GrouCho/Jobst
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 11. November 2002 - 18:08 Uhr:   

Ich habe ja nun wirklich nicht versucht, unfreundlich zu sein. Ich bin grundsätzlich gegen solche Streu-Werbung, egal aus welcher Motivation heraus. Es gibt einfach zu viel davon.

Bei dol2day endete die Online-Wahl diesmal mit einer Polarisierung zwischen dem konservativen und dem kommunistischen Kandidaten. Ist das eine Folge des Systems oder eher der besonderen Zusammensetzung der Benutzer?
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 12. November 2002 - 11:16 Uhr:   

Die dol-Wählerschaft ist etwas unrepräsentativ zusammengesetzt.
Links- und Rechtsextreme sind unüblich stark, Liberale auch, Christdemokraten und Grüne normal, Sozialdemokraten ziemlich schwach.

Und dann gibt es ein starkes Persönlichkeitselement, d.h. Streitigkeiten und Animositäten aller Art haben oft mehr Einfluß als die politische Orientierung.

Daher sagt der Wahlausgang überhaupt nichts über das PWS, er ist auch nicht typisch für dol, bisher fielen die Endentscheidungen eher zwischen Mitte und Rand als zwischen linken und rechtem Rand.
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Stephen Schöndorf
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. Dezember 2002 - 15:49 Uhr:   

Da in dol2day die Auszählung elektonisch erfolgt, werden bei jeder Wahl auch die Ergebnisse nach Condorcet ermittelt.

Bei der ersten Wahl gab es keinen eindeutigen Sieger nach Condorcet - vier der sieben Kandidaten waren in einen Zirkel eingebunden.

Bei der zweiten und dritten Wahl war der STV-Sieger mit dem Concorcet-Sieger identisch.

Auffällig ist, daß bislang jedesmal der unterlegene Kandidat in der letzten STV-Auszählungsrunde in der Condorcet-Auswertung weit abgeschlagen war (was sich auf die von Ralf erwähnte Überrepräsentanz der linken und rechten Räünder zurückführen läßt).
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Fragender (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 03. April 2007 - 20:54 Uhr:   

@Stephan Schöndorf
Was passiert bei Condorcet eigentlich, wenn so ein Zirkel vorliegt. Wer ist dann gewählt?
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Dienstag, 03. April 2007 - 22:03 Uhr:   

Die konkreten Condorcet-Verfahren bestimmen dann nach irgendeiner Regel den Sieger.
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J.A.L.
Veröffentlicht am Dienstag, 03. April 2007 - 22:26 Uhr:   

"Die konkreten Condorcet-Verfahren bestimmen dann nach irgendeiner Regel den Sieger."

Was übrigens genau das ist, was mich diesen auf den ersten Blick einfachen und gut nachvollziehbaren Verfahren gegenüber ablehnend gegenüberstehen lässt.

Bei einem ganz klaren Ergebnis, in dem ein Kandidat alle anderen überflügelt, leisten sie ihren Teil. Das tut aber auch jedes andere Wahlsystem. Gerade bei den unklaren Zirkelentscheidungen wird dann - wie Martin schon geschrieben hat - irgendein anderes Verfahren je nach Laune des dahinterstehenden Planers zum Entscheid rausgeholt. Dann brauche ich aber die Condorcet-Reihung nicht.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Dienstag, 03. April 2007 - 22:53 Uhr:   

@J.A.L.

Das Verfahren wird nicht erst bei der unklaren Zirkelentscheidungen rausgeholt, sondern ist das eigentliche Verfahren.
Mit den Eigenschaften, daß es
a) einen Condorcet-Sieger zum Sieger macht (was eben nicht jedes andere Wahlsystem tut)
b) immer einen Sieger gibt (und hier entscheiden letztlich auch die Reihungen)
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J.A.L.
Veröffentlicht am Dienstag, 03. April 2007 - 23:07 Uhr:   

Dass man die Garantie hat, dass der Sieger einer der Condorcet-Sieger, was etwa bei der ganz einfachen Mehrheitswahl nicht notwendig gegeben sein muss, das ist schon richtig.

Nur, wenn ich drei oder vier Condorcet-Sieger in einem Zirkel habe, dann wird für mich der Condorcet-Sieg als Kriterium doch entwertet. Denn da fällt es mir doch schwer zu erkennen, welcher der Sieger denn nun der würdigere sein soll. Da hat für mich jedes Entscheidverfahren, das man einführen mag, etwas von Willkür an sich.
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Fragender (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 03. April 2007 - 23:26 Uhr:   

Mal weg von Condorcet hin zu STV. Was passiert eigentlich in einem Fall, in dem alle Kandidaten gleich viele Stimmen haben und ich daher keinen Wegstreichen oder zum Sieger erklären kann? In einer allgemeinen Wahl sicherlich unwahrscheinlich, aber wenn ein Gremium Leute aus seiner Mitte in ein anderes entsenden soll. Ich stelle mir gerade einen 15-köpfigen Gemeinderat vor mit drei Fraktionen: 5 CDU, 5 SPD, 5 FWG und die sollen einen Vertreter in den Aufsichtsrat des Kreis-Abfall-Zweckverbandes entsenden. Jede der drei Fraktionen stellt einen Vertreter auf, jeder erhält fünf Stimmen in der Erstpräferenz. Die Zweitpräferenzen für welchen Kandidaten werden dann gewertet?

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