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Republikaner

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Ist es nicht komisch?
Veröffentlicht am Samstag, 13. November 2004 - 21:28 Uhr:   

Ist es nicht komisch:

Bei uns sind die Republikaner eine rechte größtenteils unbedeutende Ausenseiterpartei.

Und demokratisch nennen sich unsere BEIDEN großen Parteien. Auch im Namen.

In den USA haben wir einen republikanischen Präsident und die beiden großen Parteien sind Demokraten und Republikaner!
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J.A.L.
Veröffentlicht am Sonntag, 14. November 2004 - 02:53 Uhr:   

Was uns Folgendes beibringt???
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Good Entity
Veröffentlicht am Sonntag, 14. November 2004 - 17:03 Uhr:   

Irgendwie wenig. Demokratisch nennen sich bei uns nicht nur die beiden großen Parteien, sondern auch die Partei des demokratischen Sozialismus (PDS), die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) und die Freie Demokratische Partei (FDP).

Dann gab es in den 1980ern (vielleicht gibt es auch noch) den Republikanischen Anwaltsverein in Deutschland, in dem die mit den Grünen sympathisierenden Juristen organisiert waren.

Und eine Bundesrepublik sind wir außerdem noch. Also sind wir wohl alle irgendwie Republikaner und außerdem überwiegend auch Demokraten. Das ist doch 'mal was Erfreuliches.
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Sole
Veröffentlicht am Freitag, 19. November 2004 - 00:02 Uhr:   

Es gab sogar mal eine demokratische Republik.

Die hatte sogar ihre eigenen Nationaldemokraten. Es setzt sich bis in die kleineren Ausläufer fort. Ökologisch-demokratische Partei etwa. Nicht zu vergessen die Christdemokraten!
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Görd
Veröffentlicht am Freitag, 19. November 2004 - 01:19 Uhr:   

Demokratie bedeutet, dass die Herrschaft vom Volk ausgeht und Republik ist eine Staatsform mit einem auf Zeit gewählten Staatsoberhaupt. So kann z.B. eine Monarchie demokratisch sein, aber eben keine Republik. Eine Republik kann wiederrum auch ohne Volksherrschaft (d.h. ohne Demokratie) existieren. Das kann z.B. ein System mit der Herrschaft einer Elite oder nur eines Teiles des Volkes sein.

Deutschland ist somit eine Demokratie als auch eine Republik, da die Staatsgewalt vom Volke ausgeht (Demokratie) und unser Staatsoberhaupt auf Zeit gewählt wird (Republik).

In der heutigen Zeit wird aber kaum noch zwischen Demokratie und Republik unterschieden.

Inwieweit dies jetzt Rückschlüsse auf die Bezeichnung der beiden großen Parteien in den USA zu läßt, kann ich aber nicht beantworten. Die Republikaner nennen sich IMHO ja auch GOP (Grand Old Party).
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Martin Jurgeit
Veröffentlicht am Freitag, 19. November 2004 - 13:06 Uhr:   

Wie die US-Republikaner zu ihrem Namen kamen:

Als Mitte der 1850er Jahre die Whig-Partei, die traditionell in Opposition zu den Demokraten stand, über der Sklaverei-Frage entgültig zerbrach, schlossen sich 1854 anlässlich der Kongresswahlen im Norden aus den Whig-Resten - aber auch Gruppen wie z.B. der Liberty-Partei - die unterschiedlichsten Antisklavereikoalitionen zusammen. In Wisconsin griff das erste Mal eine solche Gruppierung den Begriff "Republikaner" auf, der dann am 9. Mai 1854 bei einem Treffen von 30 Kongressabgeordneten offiziell bestätigt wurde. Auf dem späteren Konvent in Michigan begründete man die Namenswahl ausdrücklich damit, dass man für die obersten Prinzipien einer republikanischen Regierung kämpfen wollte, die man durch die abstoßenden und grausamen Aristokratenintrigen des Süden (bzw. der Demokraten) bedroht sah.

Dieser Gegensatz - "republikanischer" Norden und "aristokratischer" Süden - prägte die Auseinandersetzung zur Mitte des 18. Jahrunderts sehr stark. Und beide Ettiketten wurden wechselseitig mit Stolz getragen. Dass sich aristokratischer Habitus - wie im Fall des Südens - und Demokratie nicht zwingend ausschließen hat ja bereits Görd sehr schön heraus gearbeitet.

Man muss zudem auch berücksichtigen, dass das endgültige Kappen aller Verbindungen zum englischen "Mutterland" (im Krieg 1812) gerade mal ein knappes Lebensalter her war. Eine durch und durch repubikanische Gesinnung war deshalb bei großen Teilen der US-Bevölkerung keineswegs so selbstverständlich wie heute und die Bezeichnung einer Partei als "republikanisch" ein ausdrückliches politisches Statement, das die Zeitgenossen zu werten wussten.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Freitag, 19. November 2004 - 22:34 Uhr:   

Görd hat recht. Die politische Staatslehre unterscheidet zwischen Staatsformen (Monarchie, Republik) und Regierungsformen (Demokratie, Diktatur). In diesem Sinne kann eine Monarchie demokratisch sein, wie dies häufig in konstitutionellen und immer inparlamentarischen Monarchien der Fall ist. Republiken können, müssen aber nicht demokratisch organisiert sein, man bedenke die kommunistischen (Volks-)Republiken, wobei Republik ja schon res publica, also Sache des Volkes bedeutet. Doppelt gemoppelt hält bzw. hielt nicht, was es verspricht.
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Good Entity
Veröffentlicht am Samstag, 20. November 2004 - 18:46 Uhr:   

@Martin Jurgeit hat ebenfalls recht. Als "demokratisch" kann man die USA wohl seit der Unabhängigkeitserklärung bezeichnen. Nimmt man die Vorstellung der Griechen von Demokratie, so ist das sogar ziemlich eindeutig. Ich bin nicht sicher, ob die US-Verfassung es einem weiteren beitretenden Mitgliedsstaat erlaubt hätte, eine lokale (oder regionale) Monarchie zu sein, es wäre aber nicht grundsätzlich systemwidrig gewesen.

Auch @sole hat natürlich recht. Genau betrachtet sind wir sogar heute tatsächlich eine deutsche demokratische Republik. Wer hätte das gedacht.
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J.A.L.
Veröffentlicht am Sonntag, 21. November 2004 - 12:51 Uhr:   

@ Good Entity:
Hat die amerikanische Verfassung damals nicht erlaubt, und erlaubt sie heute immer noch nicht:

Article IV, Section 4:
"The United States shall guarantee to every State in this Union a Republican Form of Government [...]"
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Good Entity
Veröffentlicht am Samstag, 27. November 2004 - 15:31 Uhr:   

Klare Regelung, danke @J.A.L. - Immerhin schon 'mal ein Paragraph, den wir entsprechend in der Verfassung der EU mit ziemlicher Sicherheit nicht finden werden, schon im Hinblick auf das "Königreich der Niederlande" etc.

Im Nachgang zu meinem eigenen obigen Posting zu dem "Republikanischen Anwaltsverein" würde mich 'mal interessieren, was aus dem geworden ist. Waren da nicht auch Otto Schily und Christian Ströbele dabei?

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