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Termine bei USA-Wahl

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tg
Veröffentlicht am Montag, 25. Oktober 2004 - 08:34 Uhr:   

Bei den Präsidenten-Wahlen in den USA gibt es ja strikte Termine für die Durchführung der Wahl, die Abstimmung durch die Wahlmänner, die Weiterleitung der Ergebnisse nach Washington etc. Gibt es eigentlich auch Regelungen für den Fall, daß die Wahl am 2.11 in einem Staat oder Teilen eines Staates nicht durchgeführt werden kann, etwa wegen eines Terroranschlags, Stromausfalls, Erdbebens oder Vulkanausbruchs?
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gelegentlicher Besucher
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 00:28 Uhr:   

Die Amerikaner diskutieren z.Z. selbst über eine Regelung, die eine Verlegung der Wahl in Notfällen ermöglichen würde. Derzeit gibt es diese Regelung noch nicht.

Es gibt aber eine Regelung für den Fall, dass die Wahl (nach den Regeln des Staates) nicht geklappt hat:

U.S. Code, Title 3, ch. 1, § 2:

"

Whenever any State has held an election for the purpose of choosing electors, and has failed to make a choice on the day prescribed by law, the electors may be appointed on a subsequent day in such a manner as the legislature of such State may direct.

"

Mein unprofessioneller Übersetzungsvorschlag:

"

Wann immer irgendein Staat zum Zwecke der Auswahl der Wahlmänner eine Wahl abgehalten hat und es nicht geschafft hat am vorgeschriebenen Tag eine Wahl zu treffen, können die Wahlmänner an einem späteren Tag in einer Weise bestimmt werden, die durch die Legislative eines solchen Staates festgelegt werden kann.

"

Ein Staat könnte also eine Wahl abhalten, (ggf. absichtlich) scheitern lassen und später wiederholen.

Übrigens wird die Methode der Wahlmännerbestimmung durch Staatsgesetz bestimmt. Es haben sich nur "zufällig" alle Staaten für Volkswahl entschieden. Bei einer absehbaren Unmöglichkeit der Wahl könnte die Staatslegislative auch auf die Idee kommen die Wahlmänner selbst auszusuchen. Sie müsste das allerdings zum bundesgesetzlich vorgeschriebenen Zeitpunkt (Dienstag nach dem ersten Montag des November; dieses Jahr der 02. Nov.) tun.

Der Fall, dass ein Staat den Wahltermin eigenmächtig verlegt ist wohl nicht ausdrücklich geregelt; ob so zustandegekommene Stimmen gezählt würden hinge von der Entscheidung des Kongresses und/oder des obersten Gerichtshofes ab.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 12:30 Uhr:   

A propos Termin: Was für einen Grund hat denn die merkwürdige Formulierung "Dienstag nach dem ersten Montag des November"?

Ich verstehe es, daß man einen bestimmten Wochentag festlegt (also meinetwegen Dienstag) und die Position im Monat.
Und klar ist auch, daß in manchen Jahren "der erste Dienstag im November" ein anderer Tag ist als eben der "Dienstag nach dem ersten Montag".

Aber ich kann mir keinen vernünftigen Grund für diese Gesetzesvorschrift vorstellen.
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Marek Meyer
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 12:49 Uhr:   

>Aber ich kann mir keinen vernünftigen Grund für diese
>Gesetzesvorschrift vorstellen.

Damit wird ausgeschlossen, dass die Wahl an einem 1. November stattfindet.
Das in den USA vermutlich ein Feiertag (All Saints Day).
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kai
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 13:00 Uhr:   

Irgendwo habe ich mal die Erklärung gehört, dass der Termin folgenden Hintergrund hat.

Sonntags musste noch gebetet werden, montags machte man sich auf den Weg zu den Wahllokalen, die im XIX. Jahrhundert durchaus weit auseinander lagen. Das heißt also, der erste Montag im November war als der Tag bestimmt, an dem die Wähler sich auf den Weg machten, und am Tag drauf wurde dann eben gewählt.

Ob's stimmt, weiß ich nicht, aber in den USA würde mich nichts wundern.
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tg
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 13:47 Uhr:   

Der 1. November (Allerheiligen) ist kein Feiertag in den USA. Daß dieser Tag nicht zum Wahltag werden kann, geschah meines Wissens auf Bitten der Katholiken, die sonst Arbeit, Kirchgang und Wahl an einem Tag hätten unterbringen müssen.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 13:55 Uhr:   

Das klingt ja plausibel.
Dann hätte man aber besser geschrieben: "Der erste Dienstag nach Allerheiligen". Ist immer besser, wenn man auch den Sinn eines Gesetzes dem Text entnehmen kann.
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Aed
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 19:37 Uhr:   

@Ralf
"Der erste Dienstag nach Allerheiligen"

Das war (für 1845) wohl ein vorübergehender Anfall von Laizismus bzw. eine frühe Form politischer Korrektheit gegenüber nichtkatholischen Gläubigen, einen staatlichen Tag nicht nach einem religiösen Feiertag zu terminieren. Auf einer FEC-Seite stand aber auch was davon (hab sie jetzt nicht wiedergefunden), dass die Kaufleute damals die Gewohnheit hatten, am 1. November ihre Bücher vom Oktober zu schließen, auf diese Wählergruppe wollte anscheinend niemand verzichten und vielleicht war dieser Grund ja auch der ausschlaggebende.
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Florian
Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Oktober 2004 - 15:45 Uhr:   

Grundsatzfrage:
Was ist als Wahltag besser: a) Ein Werktag (wie in den USA) oder b) ein Sonntag (wie in Deutschland).

Bei a) sehe ich den Vorteil der besseren Trennung von Kirche und Staat (in meiner bayerischen Heimatstadt ist es noch immer ganz typisch, nach dem Kirchgang ins Wahllokal zu gehen).

Aber b) ist eine echte Benachteiligung der arbeitenden Bevölkerung, die u.U. unter der Woche keine Zeit zum wählen hat.

Der eigentlich perfekte Kompromiss wäre m.E. der Samstag.
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Frank Schmidt
Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Oktober 2004 - 17:14 Uhr:   

d) Der Montag. Der ist kein kirchlicher Feiertag, aber in den USA fallen viele staatliche Feiertage auf einen Montag.
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Görd
Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 10:11 Uhr:   

In vielen Staaten (ich glaub z.B. in UK) finden Wahlen unter der Woche statt. An den Wahltagen muss dann aber nicht gearbeitet werden (ein Art Feiertag der sich dann eben nur alle vier Jahre wiederholt oder wie lang eben die Legislatur ist).

Ich finde so, könnte man den Menschen doch Wahlen spackhaft machen.
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Martin Jurgeit
Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 11:26 Uhr:   

"Der eigentlich perfekte Kompromiss wäre m.E. der Samstag."

Dann müsste bei der ARD aber erst abgeklärt werden, ob "Christiansen" um einen Tag vorgezogen werden könnte. Wobei wahrscheinlicher noch gravierender die "Sportschau" betroffen wäre. Deshalb müsste wohl die Schließung der Wahlllokale an einem Samstag auf 20:00 Uhr verlegt werden. J

P.S.: Zumindest meine Mutter würde sich über diese Samstags-Verlegung sehr freuen, weil dann endlich die "Lindenstraße" (auch ARD) nicht mehr von den nervigen Wahlsendungen tangiert wäre. J
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M. Moore
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 15:02 Uhr:   

Das ist doch klar!!!!
Weil der 1. November der Tag nach Halloween ist!!!!!!

Ihr Schwachmaten !
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John_Rawls
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 22:22 Uhr:   

Q. Why are federal elections held on the Tuesday after the first Monday in November?

A. The answer to this question is largely based on the culture and social priorities of our country in 1845, when the Tuesday after the first Monday in November was initially established as Election Day. Why early November? In most areas, November falls after harvest season and just before the dead of winter sets in. According to FEC.gov, it was thought to be the most convenient month for our young nation's many farmers and rural workers to take time off to travel to the polls, plus the weather was generally mild enough in most areas to permit travel on dirt and gravel roads.

Again because of travel restrictions, Tuesday was agreed upon because most rural residents would need to start traveling one or more days in advance of Election Day. Any sooner in the week and travel schedules might have conflicted with church services and Sunday worship.

Finally, the FEC Website notes that we vote on the first Tuesday after the first Monday because lawmakers wanted to prevent Election Day from falling on the first of November for two reasons. November 1 is All Saints Day, a holy day of obligation for Roman Catholics. In addition, most merchants were in the habit of doing their books from the preceding month on the 1st. Congress was apparently worried that the economic success or failure of the previous month might influence the vote of the merchants.


Gefunden mal wieder bei "ivillage" ;-)

613975_615959%2C00.html,http://www.ivillage.com/ivillage/election2004/pages/0,,613975_615959,00.html
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. November 2004 - 10:15 Uhr:   

Macht alles Sinn - bis auf den letzten Satz.
Wenn der Kongreß gewollt hätte, daß die Handelsergebnisse des letzten Monats die Wahl nicht beeinflussen, hätte er die Wahl kurz vor den Monatsabschluß legen müssen.
Es scheint doch eher (wie gegenüber den Katholiken) eine Rücksichtnahme gewesen zu sein, damit es keine Terminkonflikte gibt.
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John Rawls
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. November 2004 - 10:33 Uhr:   

Noch was (und vielleicht klappt ja jetzt dieser Link ohne größere Probleme *seufz*), eine scvhöne Übersicht über Geschichte, Rahmen, Kusriositäten und nicht zuletzt die pros'n'cons zum Wahlsystem finden sich hier:

http://www.fec.gov/pdf/eleccoll.pdf

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