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Ausgleichsmandat bei Kommunalwahl

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joe.rieg@web.de
Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Juni 2004 - 15:44 Uhr:   

Hallo...kann mir mal jemand sagen wie die Ausgleichsmandate bei der Kommunalwahl zustande kommen?
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kai
Veröffentlicht am Donnerstag, 17. Juni 2004 - 12:54 Uhr:   

Also im Einzelnen wäre schon interessant, in welchem Bundesland.

Grundsätzlich aber genauso wie auch sonst: von einer Partei werden überproportional viele Kandidaten direkt gewählt, sodass diese Überhangmandate ausgeglichen werden, um wieder eine dem Stimmenverhältnis entsprechende Volksvertretung zu erhalten.

Bspw. hat 1999 in Köln die CDU 42 von 45 Wahlbezirken gewonnen, hätte aber eigentlich nach dem Ergebnis nur 41 von 90 Sitzen bekommen. Deswegen hat der Kölner Stadtrat zurzeit 4 Sitze mehr, nämlich 1 Überhangmandat für die CDU, ein Ausgleichsmandat für sie (was an der dämlichen Berechnungsmethode liegt) und je ein Ausgleichsmandat für SPD und Grüne.
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seb
Veröffentlicht am Mittwoch, 26. Januar 2005 - 18:09 Uhr:   

Hallo!
Eine kleine Frage hätte ich gerne beantwortet:
Welche Überlegungen könnten einen Wähler dazu bringen, von seiner Möglichkeit des "Stimmensplittings" Gebrauch zu machen?
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Kai
Veröffentlicht am Mittwoch, 26. Januar 2005 - 18:58 Uhr:   

Die Frage gehört nicht in diesen Thread.

Kurz gesagt: wenn der Direktkandidat der eigentlich bevorzugten Partei einem nicht gefällt, kann man einen anderen wählen. Wenn die eigene Partei wenig Aussichten hat, das Direktmandat zu gewinnen, kann es auch sinnvoll sein, einen direkten Vertreter aus dem Wahlkreis einer anderen Partei zu wählen. Das ist vor allem der Fall, wenn wenige Kandidaten aus dem Wahlkreis über die Liste abgesichert sind.

Praktisches Beispiel: der Bundestagswahlkreis Köln II bei der Wahl 2002.

Der Wahlkreis ist üblicherweise zwischen SPD und CDU umstritten. 1994 war er an die CDU gefallen, 1998 an die SPD.

Die SPD, die Grünen und die FDP hatten ihre Direktkandidaten über die Landesliste abgesichert, die CDU nicht.

Für einen FDP-Wähler machte es wenig Sinn, seinem Kandidaten auch die Erststimme zu geben, da der keine Chance hatte, den Wahlkreis zu gewinnen, aber sicher dem Bundestag angehörte (wofür der Wähler der FDP ja seine Zweitstimme gab). Wenn er jetzt wollte, dass der CDU-Kandidat in den Bundestag kommt (und nicht irgend ein Listenkandidat aus einer ganz anderen Ecke des Landes), dann konnte er dem CDU-Mann seine Erststimme geben.

Umgekehrt konnte natürlich ein CDU-Wähler, der den Kandidaten nicht mochte, durch eine Erststimme an einen anderen Kandidaten (der ja ohnehin sicher im Bundestag war), versuchen zu verhindern, dass dieser Kandidat einem Listenkandidaten das Mandat wegnimmt.

In Bundesländern, in denen Überhangmandate wahrscheinlich sind, macht man überdies bei der Bundestagswahl durch Stimmenspitting das Entstehen von Überhangmandaten wahrscheinlicher.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Mittwoch, 26. Januar 2005 - 21:29 Uhr:   

Es ist eigentlich kein Grund, den Direktkandidaten der eigenen Partei deshalb zu wählen, weil er Kandidat dieser Partei ist (von Überhang- und Grundmandaten mal abgesehen).

Konkrete Splitting-Gründe am Beispiel der letzten Bundestagswahl finden sich unter Tipps und Tricks zur Bundestagswahl 2002
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Samstag, 29. Januar 2005 - 19:17 Uhr:   

@Martin Fehndrich
"Es ist eigentlich kein Grund, den Direktkandidaten der eigenen Partei deshalb zu wählen, weil er Kandidat dieser Partei ist (von Überhang- und Grundmandaten mal abgesehen). "

Natürlich gibt es diesen Grund. Wie oben dargestellt: Wenn die CDU-Wähler im Wahlkreis Köln II ein Interesse daran haben, einen Ansprechpartner aus der eigenen Partei und dem eigenen Wahlkreis im Bundestag zu haben, dann mußten Sie auch den Direktkandidaten der CDU wählen, weil sie sonst dieses Ziel nicht erreichen konnten, weil der direktkandidat auf der Liste nicht abgesichert war.

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