Themen Themen Profil Profil Hilfe/Anleitungen Hilfe Teilnehmerliste Teilnehmerliste [Wahlrecht.de Startseite]
Suche Letzte 1|3|7 Tage Suche Suche Verzeichnis Verzeichnis  

Vergleich des deutschen Wahlsystems m...

Wahlrecht.de Forum » Wahlsysteme und Wahlverfahren » Sonstiges (noch nicht einsortierte Themen) » Vergleich des deutschen Wahlsystems mit dem amerikanischen Wahlsystem??? « Zurück Weiter »

Autor Beitrag
 Link zu diesem Beitrag

sherry
Veröffentlicht am Dienstag, 06. April 2004 - 16:23 Uhr:   

Ich stecke gerade mitten in meinen Abiturvorbereitungen, und bräuchte mal einen handfesten Vergleich zwischen dem deutschen – und dem amerikanischen Wahlsystem.
Vielleicht weiß jemand von euch mehr darüber, ich jedenfalls bin an dem Thema schon fast verzweifelt! Wäre also sehr erfreut, wenn mir jemand dabei helfen könnte!
 Link zu diesem Beitrag

Thomas Frings
Veröffentlicht am Dienstag, 06. April 2004 - 16:35 Uhr:   

O mein Gott, noch so ein Beweis dafür, daß das Pisa-Ergebnis noch schmeichelhaft war.

Von Abiturienten darf man wohl ein Minimum an Selbstständigkeit erwarten- auch wenn ich da z.T. ganz anderes erlebt habe.
Man könnte als denkender Mensch z.B. auf die Idee kommen, ob sich auf der Startseite von wahlrecht.de in der Rubrik "Wahlrecht in der Praxis" nachzusehen. Da gibt es reichlich Information.
 Link zu diesem Beitrag

Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Dienstag, 06. April 2004 - 19:52 Uhr:   

Ganz grob: Das amerikanische Regierungssystem ist ein Präsidialsystem, d.h. der Präsident bestimmt die Richtlinien der Politik und ist in einer Person Staats- und Regierungschef. Dieser wird von der Bevölkerung alle 4 Jahre über sogenannte Elektoren gewählt. Er kann auch ein Veto gegen Gesetze der parlamentarischen Kammern, des Senates und des Repräsentantenhauses einlegen. Diese müssen dann mit Zweidrittelmehrheit von beiden Kammern überstimmt werden.
Weitere Infos gibt auch die Bundeszentrale für politische Bildung mit ihren Heften: USA und dem Buch: "Länderkunde USA" - dort meines Wissens kostenlos zu beziehen (nur Versandkosten sind zu tragen).
unter http://www.bpb.de.

Deutschland ist ein parlamentarisches Regierungssystem, d.h. die Macht liegt beim Parlament, welches den Bundeskanzler wählt. Das Parlament kann den Regierungschef, also hier den Bundeskanzler über konstruktives Misstrauensvotum absetzen. In den USA kann der Präsident nicht durch die Parlamentskammern, sondern nur über Impeachement abgesetzt werden. Außerdem gibt es bei uns die strikte Trennung zwischen repräsentativem Staatsoberhaupt (Bundespräsident) und Regierungschef (Bundeskanzler). In den USA - wie oben geschildert - nicht.

Im übrigen hat Thomas Frings schon recht: auf der Seite von www.wahlrecht.de findet sich doch etliches über das Politische System der USA. Aber der grobe Unterschied - natürlich nur kursorisch in Stichworten - ist oben benannt. Es handelt sich im Wesentlichen um den Gegensatz zwischen parlamentarischem und präsidialem System.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 05. November 2004 - 17:05 Uhr:   

@Bernhard Nowak:
> Es handelt sich im Wesentlichen um den Gegensatz zwischen
> parlamentarischem und präsidialem System.
Völlig richtig (wie Dein ganzer Beitrag).

Jedenfalls auf dem Papier.

In der Praxis aber würde ich eher dazu neigen, das umzudrehen.
Der Bundeskanzler sich in der Regel darauf verlassen, daß "seine" Mehrheiten in den Gremien auch seine Entscheidungen exekutieren werden. Soweit es um Bundeszuständigkeiten geht, kann er unabhängig vom formalen Verlauf wohl mehr durchsetzen als ein US-Präsident.

Umgekehrt mag der Kongreß auf dem Papier weniger Kompetenzen haben als der Bundestag. Aber die nutzt er auch, die USA sind m. E. deutlich stärker parlamentarisch geprägt als Deutschland und die Abgeordneten sind als politische Entscheider viel stärker.
 Link zu diesem Beitrag

Kai
Veröffentlicht am Freitag, 05. November 2004 - 21:57 Uhr:   

@Ralf

In der Tat weichen hier Verfassungstheorie und Verfassungsrealität stark voneinander ab. Bemerkenswert ist, dass Deutschland mit zu den am stärksten ausgeprägten Parteiendemokratien gehört.

Wenn man dazu bedenkt, dass es im September 1998 nach 49 Jahren zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik den Fall gab, dass eine Regierung aufgrund des Wahlergebnisses (und nicht der Entscheidungen eines Parteivorstandes bzw. -tages) die Mehrheit verlor, könnte man fast schon sagen, dass Deutschland eine Demokratie der Parteivorsitzenden und damit eigentlich eine Art Oligarchie ist.

Beitrag verfassen
Beitrag:
Fett Kursiv Unterstrichen Erstelle Link Clipart einfügen

Benutzername: Hinweis:
Dies ist ein geschützter Bereich, in dem ausschliesslich registrierte Benutzer Beiträge veröffentlichen können.
Kennwort:
Optionen: HTML-Code anzeigen
URLs innerhalb des Beitrags aktivieren
Auswahl:

Admin Admin Logout Logout   Vorige Seite Vorige Seite Nächste Seite Nächste Seite