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Wahlkreise in Deutschland, Frankreich...

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Jana
Veröffentlicht am Sonntag, 04. April 2004 - 15:49 Uhr:   

Hallo.
Mich würde interessieren, ob die Wahlkreise in Deutschland relativ klein oder relativ groß sind im Vergleich zu Frankreich oder Großbritannien!?
Hat das Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen den gewählten Abgeordneten und den Wählern?

mfG,
Jana
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Kai
Veröffentlicht am Montag, 05. April 2004 - 08:45 Uhr:   

Nun das ist relativ einfach:

Frankreich hat knapp 60 Millionen Einwohner und eine Nationalversammlung mit 577 Abgeordneten, die in Einmann-Wahlkreisen gewählt werden.

Das Vereinigte Königreich ebenfalls etwa 60 Millionen Einwohner und wählt in 659 Wahlkreisen je einen Abgeordneten

Deutschland hat 80 Millionen Einwohner und 299 Wahlkreise, in denen jedoch im Schnitt etwa 2 Abgeordnete gewählt werden.

Den Rest können Sie sich selbst ausrechnen.

Das System ist aber schon insoweit nicht vergleichbar, als in Deutschland die Abgeordneten weniger wahlkreisverbunden sind und meistens noch einen oder mehrere benachbarte Wahlkreis mitbetreuen, in denen kein Abgeordneter ihrer Partei gewählt ist.
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Mörsberg
Veröffentlicht am Montag, 05. April 2004 - 12:16 Uhr:   

In Frankreich gibts außerdem die Regel, dass auf jedes Département mindestens zwei Wahlkreise entfallen müssen. Dadurch werden besonders einwohnerschwache Départements überrepräsentiert, wobei die Verzerrung insgesamt nicht übermäßig ausfällt. Wollte man annähernd gleich große Wahlkreise anstreben, wären die Départements als unteilbare Basiseinheit allerdings zu klein (da müsste man dann auf die Regionen zurückgreifen).
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 05. April 2004 - 12:57 Uhr:   

"Dadurch werden besonders einwohnerschwache Départements überrepräsentiert, wobei die Verzerrung insgesamt nicht übermäßig ausfällt."

Nicht übermäßig? Das Département Lozere wäre schon mit einem Wahkreis rechnerisch überrepräsentiert. 1999 hatte der kleinste Wahlkreis 34374 und der größte 188200 Einwohner. Das ist etwa ein Verhältnis 1:5,5. Die Überseegebiete fallen z.T. noch krasser aus dem Rahmen.
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Mörsberg
Veröffentlicht am Montag, 05. April 2004 - 13:55 Uhr:   

Ups, das hab ich zu verkürzt formuliert. Die Verzerrung im Einzelfall mag gravierend sein, insgesamt gibt es aber wenige Départements, die das betrifft. Die Überrepräsentation der DOM-TOM ist ein Ergebnis politischer, und nicht mathematischer Rationalität. Sie kann verglichen werden mit den sechs luxemburgischen EP-Abgeordneten, die in Wirklichkeit 0,6 sein müssten.
Für das Vereinigte Königreich habe ich zum Thema noch etwas Schönes gefunden.
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Jana
Veröffentlicht am Sonntag, 18. April 2004 - 16:33 Uhr:   

Mit Großbritannien meinte ich jedoch nicht nur England, sondern auch Schottland, Wales und Nord-Irland. :-)

Ich habe folgendes festgestellt.
GB hat insgesamt 659 Wahlkreise und je. Wahlkreis zwischen 22141 und 103480 Wahlberechtigt.
Wieviele Wahlberechtigte jedoch in Deutschland in einem Wahlkreis sind, ist mir nicht bekannt.

Das ist eben mein Problem
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Sonntag, 18. April 2004 - 17:16 Uhr:   

@Jana

Die Zahlen der Wahlberechtigten zur letzten Wahl 2002 findest Du beim Bundeswahlleiter.

Falls Du Dich auch für die Größenunterschiede der Bevölkerung in den einzelnen Wahlkreisen interessierst (die Zahl der Wahlberechtigten kann man ja immer nur zur Wahl feststellen), in der News „Schleswig-Holstein soll Wahlkreis abgeben“ ist ein Bericht der Wahlkreiskommission vom Januar 2004 verlinkt, der die Zahlen der Bevölkerung in den einzelnen Wahlkreisen enthält.
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c07
Veröffentlicht am Sonntag, 18. April 2004 - 20:26 Uhr:   

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julia
Veröffentlicht am Mittwoch, 05. Oktober 2005 - 16:50 Uhr:   

wieviel dürften eigentlich in deutschland wählen ich finde es nicht kann mir jemand helfen dank julia
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Lars Tietjen
Veröffentlicht am Mittwoch, 05. Oktober 2005 - 19:23 Uhr:   

@julia
Bei der Bundestagswahl 2005 waren 61870195 Wähler wahlberechtigt. (2002 waren es 61432868 Wahlberechtigte)
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Mittwoch, 05. Oktober 2005 - 20:58 Uhr:   

Bei der von Lars genannten Zahl sind die heute vom sächsischen Landeswahlausschuß vorgenommenen Korrekturen noch nicht berücksichtigt. Demnach sind es 61.870.711. Siehe auch die News-Meldung von heute nachmittag.
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Flehmann (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 30. Oktober 2006 - 00:02 Uhr:   

Und wieviele Wahlberechtigte Gibt es dann in Frankreich? Ich kann dazu keine Zahlen finden.
Schoneinmal vielen Dank
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albert knapp (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Samstag, 18. November 2006 - 00:33 Uhr:   

Frankreich hat 577 Wahlkreise/Abgeordnete. Bei rund 40 Millionen Wahlberechtigten sind das pro Wahlkreis im Schnitt 68.000 wähler. (vgl. wikipedia)

Großbritannien und Nordirland hat 646 Wahlkreise/ Abgeordente (nicht mehr 659). Bei rund 44 Millionen Wahlberechtigten sind das pro Wahlkreis 37.000 Wähler. (vgl. http://www.psr.keele.ac.uk/)

Deutschland hat 299 wahlkreise, bei rund 61 Millionen Wahlberechtigten sind das pro Wahlkreis
rund 207.000 wähler. Da es aber mehr als doppelt soviel Bundestagsmandate gibt, kommt ein Abgeordneter im Schnitt auf rund 100.000 Wähler.

Diese Zahlen sind nur schwer vergleichbar, da
Großbritannien und Frankreich über Mehrheitswahl-
systeme verfügen, in denen die Bindung der Abgeordneten an den Wahlkreis ungleich größer ist als bei uns, wo die Hälfte der Abgeordneten über
Listen ins Parlament einzieht.

Straßenwahlkampf und Tür-zu-Tür-Gehen wie in GB wären bei unseren Listenabgeordneten und selbst bei den Wahlkreiskandidaten, die viele oft gar nicht denkbar. Britische Abgeordnete haben zudem
auch - trotz lokaler Parlamente - lange Zeit und zeitweise immer noch weitaus mehr Entscheidungsbefugnisse über lokale Entscheidungen.

Britische und französische Wahlkreise sind übrigens keineswegs gleichgroß zugeschnitten. In Deutschland gibt es eine Rechtsprechung, die
Maximalabweichungen vorsieht.
In Großbritannien gibt es seit Jahrzehnten feste Kontingente für die einzelnen Länder (England, Schottland, Wales und Nordirland), die wenig mit deren Wählerzahl zu tun hat. Die Wahlkreise sind häufig historisch gewachsene Einheiten. Bis kurz nach dem Krieg hatten Universitätsstädte sogar zwei Sitze.
In Frankreich wurden unter De Gaulle nicht nur
die Mehrheitswahl wieder eingeführt sondern bewußt den Departements eine Mindestzahl von zwei Mandaten zugesichert, was eine ländlich-konservative Übermacht sicherte.
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Marc K.
Veröffentlicht am Samstag, 18. November 2006 - 23:48 Uhr:   

Verkleinerung des Bundestages:


In Deutschland ist die Durschnittliche deutsche Wohnbevölkerung pro Wahlkreis etwas über 200.000, die der Wahlberechtigten ziemlich genau 200.000.
In den USA ist die Wahlkreisgröße ca. 600.000 Wahlberechtigte pro Wahlkreis.
Wobei die Wahlkreisgrößen mehr schwanken.

Von daher stellt sich für Deutschland die Frage, ob man nicht (nach 2002) zu einer weiteren Reduzierung der Abgeordnetenzahl kommen kann. Die USA kommen mit 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus aus (und 1 auf 600.000 Wahlberechtigte).

Das Ende der Demokratie würde jedenfalls in Deutschland nicht ausbrechen, wenn man die Zahl der Wahlkreise auf 250, besser noch 200 reduziert.
Dann hätte der Bundestag 500 bzw. 400 Abgeordnete. Das wären 240.000 Wähler bzw. 300.000 Wähler pro Wahlkreisabgeordneten.
Das wäre völlig ausreichend.
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Gast 3 (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 19. November 2006 - 14:47 Uhr:   

@ Marc K.
Soweit ich weiss, schwanken die Wahlkreisgroessen in den USA im Sinne von der Anzahl der Wahlberechtigten am wenigsten auf der Welt, weil der Supreme Court geurteil hat, dass bei der Einteilung der Wahlkreise das wichtigiste Kriterium ist, dass sie gleich gross sind. Dieses Urteil auch zur Einfuehrung des Gerrymanderings beigetragen.
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ap (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 22. November 2006 - 13:11 Uhr:   

@ Marc K.

In den USA gibt es aber zusätzlich noch Senatoren, so dass man eigentlich auf 535 Abgeordnete kommt. Zudem haben Abgeordnete und Senatoren viel mehr Mitarbeiter als MdBs. Ein Abgeordneter im Repräsentantenhaus kommt auf 15-20 Mitarbeiter und bei Senatoren können das schonmal bis zu 50 Mitarbeiter sein. Sonst könnten Sie die Wahlkreisbetreuung gar nicht bewältigen. Ein deutscher MdB hat dagegen deutlich weniger MItarbeiter, so ca. 3-5.
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Marc K.
Veröffentlicht am Mittwoch, 22. November 2006 - 18:27 Uhr:   

@Gast 3,

die Wahlkreise werden nach der Bevölkerungszahl auf die Bundesstaaten verteilt, so dass jeder Staat zumindest einen Wahlkreis hat. Die Wahlkreise werden dann innerhalb der Bundesstaaten zugeschnitten. Einzelne Bundesstaaten haben z.B. 1,5 Mio. Einwohner und damit 3 Wahlkreise (nach genauer Mathematik stünden ihnen nur 2,5 zu). Unabhängig davon, versucht man in den USA einen sehr genauene Zuschnitt anhand der Bevölkerungskritierien. Aber das geht nicht soweit, dass man Wahlkreise bildet, die über Bundesstaatsgrenzen hinaus gehen.
In diesem Rahmen ist allerdings ist allerdings der Zuschnitt der Wahlkreise frei wählbar. Das Gerrymandering, das in den USA von beiden Parteien betrieben wird, verstößt nicht gegen die Verfassung.
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Marc K.
Veröffentlicht am Mittwoch, 22. November 2006 - 18:34 Uhr:   

@ap

"In den USA gibt es aber zusätzlich noch Senatoren, so dass man eigentlich auf 535 Abgeordnete kommt. Zudem haben Abgeordnete und Senatoren viel mehr Mitarbeiter als MdBs."

Immer noch weniger als in Deutschland, gerade gemessen an der Bevölkerungszahl.

"Ein Abgeordneter im Repräsentantenhaus kommt auf 15-20 Mitarbeiter und bei Senatoren können das schonmal bis zu 50 Mitarbeiter sein. Sonst könnten Sie die Wahlkreisbetreuung gar nicht bewältigen. Ein deutscher MdB hat dagegen deutlich weniger MItarbeiter, so ca. 3-5."

Na und? Wenn ein Wahlkreis in Deutschland 300.000 Wähler umfassen würde, würde der Abgeordnete nicht gleich die doppelte Mitarbeiterzahl benötigen. Zumal die Mitarbeiter immer noch günstiger sind, als so viele Abgeordnete zu bezahlen. Diese Auslagen muss der Abgeordnete aus seiner Zulage ohnehin selbst tragen.
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. November 2006 - 00:02 Uhr:   

Das stimmt doch gar nicht. Für die Beschäftigung von Mitarbeitern steht ein Fonds von 13.660 € Arbeitnehmerbrutto monatlich zur Verfügung, von dem er Wahlkreismitarbeiter, sowie weitere wissenschaftliche und persönliche Mitarbeiter bezahlen kann. Dieser Fonds wird grundsätzlich nicht ausgezahlt und sollte nicht mit der monatlichen pauschalen Kostenerstattung von 3.647€ verwechselt werden.
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Gast 3 (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. November 2006 - 10:51 Uhr:   

@ Marc K.
Dann sind wir uns ja einig. Wenn die Wahlkreise erstmal auf die Bundesstaaten aufgeteilt sind, was natuerlich nicht 100 Prozent genau geht, dann werden die Wahlkreise so genau wie moeglich zugeschnitten, so dass der Unterschied zwischen den einzelnen Wahlkreisen moeglichst 0 ist. Dies steht im Gegensatz zu z.B. Deutschland, wo erst bei Abweichungen von 25% eine Neuabgrenzung notwendig ist und man darauf achtet moeglichst keine Gemeinden oder Landkreise zu zerstueckeln.

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